Nach einer langen Wartezeit wurde am Mittwochabend das neue iPad
aus dem Hause Apple vorgestellt und, soviel gleich vorweg, das Rad wurde dabei schlechterdings nicht neu erfunden: Ein technischer Fortschritt, insbesondere im Hinblick auf die Leistung, soll das Gerät vor der gesamten Konkurrenz weiterhin gut dastehen lassen, wenngleich dieser Schritt bislang kaum notwendig schien, da die Vorgängergeneration ohnehin dominierend auf dem Markt agierte.
Dennoch wurde ein leistungsstärkerer Prozessor mit integrierter Vierkerngrafik verbaut, um alle momentanen und zukünftigen Anwendungen mit ordentlich Dampf zu befeuern – im Hinblick auf Zukunftssicherheit sicherlich eine gute Lösung, wenngleich die meisten Nutzer wohl nur wenig davon bemerken werden. Dennoch bringt dieses leistungsstärkere Modell einige Vorteile: Zukünftige Programme werden flüssiger laufen, Spiele lassen sich problemlos genießen und selbst hochauflösende Filme werden akkurat und ohne Probleme berechnet und dargestellt, sodass der Unterhaltung in Zukunft kein Riegel vorgeschoben wird. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Leistungsunterschied jedoch höchstens messbar, aber kaum spürbar. Dennoch: Der Kunde dankt – nur eben erst später.
Zum jetzigen Zeitpunkt wäre die wichtigste Neuerung am neuen iPad für viele Kunde demnach die Verbesserung des Displays: Auch hier hält nun, wie bereits vom iPhone bekannt, ein hochauflösender Schirm Einzug, welcher mit einer Auflösung von 2048*1536 angesteuert wird und somit eine Dichte von 264ppi („ppi“ bezeichnet die Pixeldichte auf einem Quadrat-inch, also die Menge an dargestellten Pixeln pro Fläche) erreicht. Das „Retina“ getaufte Display bietet so eine bessere, weil feinere, Darstellung der Objekte auf dem Schirm, wodurch sämtliche Tätigkeiten mit dem neuen iPad angenehmer werden. Das Display ist schonender zu den Augen und bietet mehr Komfort: ein dickes Plus! Alle offiziellen Anwendungen werden laut Hersteller an die neue Auflösung angepasst, während jene von Drittanbietern automatisch hochskaliert werden – so soll eine so breite Unterstützung wie nur irgend möglich angeboten werden.
Die Kamera wurde, gemäß dem Leitsatz der technischen Verbesserung, allem Anschein nach ebenfalls aufgemotzt: Fortan verrichtet in dem neuen iPad dieselbe Kamera ihren Dienst, welche bereits im iPhone 4S gute Arbeit liefert. Bessere Blenden, 5-megapixel-Fotos und die Möglichkeit zur HD-Videoaufnahme sind gute Argumente für künstlerische Zeitgenossen, wobei man die Größe des Geräts nicht außer Acht lassen sollte. Wer sich daran jedoch nicht stört, für den stellt das neue iPad eine gute Alternative zu Entry-Level digitalen Fotoapparaten dar. Mit all diesen Verbesserungen sollte sich die Bildqualität der aufgenommenen Photos und Filme auf dem neuen iPad ohnehin drastisch verbessern.
Neu hinzu kam überdies ein 4G-Modul, welches auch unterwegs einen Internetzugang (mit entsprechenden Kosten) mit hoher Geschwindigkeit ermöglicht und nunmehr weltweit einsetzbar ist. Leider scheint das Gerät bislang nicht die LTE-Netze in Deutschland ansteuern zu können, das könnte sich aber noch ändern. Für das schnelle Browsing zwischendurch reicht es ohnehin. Die Möglichkeit, das Gerät als Hotspot für weitere Wlan-fähigen Geräte in der näheren Umgebung zu nutzen, ist ebenfalls eine sehr gelungene Idee.
Bei all diesen Hardware-Neuerungen liegt die Sorge nahe, dass sich die Batterielaufzeit des neuen iPads dramatisch reduzieren könnte, die richtige Situation vorausgesetzt. Apple ließ jedoch verlauten, dass ein größerer Akku verbaut werde, welcher den vergrößerten Stromverbrauch auffangen und relativieren sollte: Somit sollte eine nahezu identische Laufleistung bei gleichzeitig erhöhter Geschwindigkeit erreicht werden. Zehn Stunden Laufzeit (Neun Stunden im 4G-betrieb) wären somit weiterhin eine Hausnummer, an der sich die Konkurrenz zu messen hat.
Schlechte Nachrichten also für alle anderen Anbieter auf dem Tablet-Markt: Der Marktführer prescht erneut vor, um den ansonsten so sehr auf Leistung aufgebauten Angeboten der anderen Hersteller den Wind aus den Segeln zu nehmen.